Projekte 09/10

Potenzielle Lebensretter

 

85 Schüler und Lehrer lassen sich für Blutdatenbank erfassen.

 

Ein kleiner Stich für einen Menschen - eine große Hoffnung für einen Leukämiekranken. Florian Schmucker aus der K 12 des Bo­naventura-Gymnasiums ließ sich Blut abnehmen. "Es ist ein kleiner Eingriff, um ein anderes Leben zu retten." Lehrer und Schüler haben sich Dienstagnachmittag in der Aula des Gymnasiums in Dillingen für die Blutdatenbank des Deutschen Knochenspendermarkdatei (DKMS) er­fassen lassen. Sie tragen damit ihren Teil dazu bei, eventuell Leben zu retten. An Leukämie (Blutkrebs) erkrankt alle 45 Minuten ein Mensch in Deutschland. Geheilt werden kön­nen die Patienten meist nur durch eine Übertragung von Blutstamm­zellen. Die Suche nach einem pas­senden Spender gestaltet sich langwierig und schwierig. Die DKMS nimmt sich seit 1991 dieses Problems an und sammelt unermüdlich Blutproben. Dennoch gibt es für jeden fünften Leukämiekranken keine geeigneten Spender.

Uta Wengenmayr, Lehrerin für Biologie und Chemie am Gymnasi­um, hatte vom dem Projekt "Leben spenden macht Schule" der DKMS gehört und war sofort begeistert. Mit einem Projekttag wurden die 11. bis 13. Klassen des Bonaventura Gymnasiums über das Spendenprogramm informiert. Dabei sprachen unter anderem eine Mutter, die ihr Kind an Leukämie verloren hat, oder auch Christian Hummel aus Lauingen, der mit seiner Blutspende einem Italiener vor einigen Jahren das Leben retten konnte. Auf Nachfrage der DZ sagt Hummel über das Gefühl, jemandem das Leben gerettet zu haben: Ich habe einem Menschen helfen können. Für mich ist das selbstverständlich. Aber ein bisschen Stolz ist auch da­bei."

 

 

 

 

Nach der Informationsveran­staltung haben sich 80 Schüler bereit erklärt sich "typisieren" zu lassen . Das heißt, ihr Blut wird untersucht und in die Blutspendenkartei aufge­nommen. Falls dann eine Übereinstimmung mit dem Blut eines Er­krankten erfolgt, wird von der DKMS noch mal gefragt, ob man bereit wäre, seine Blutstammzellen zu spenden. Die Schülerinnen und Schüler samt fünf Lehrern ließen sich für die DKMS fünf Milliliter Blut abnehmen. Für die professionelle Durch­führung der Aktion setzten sich sechs Mitarbeiter der Abteilung An­ästhesie inklusive Chefarzt Dr. med. Wolfgang Geisser ein. Verena Leser aus der K 12 sagte nach ihrer Blutabnahme: „Jeder kann in die Situation kommen. Es kann ja auch einen tref­fen, der einem nahe steht.“ Nach der Blutabnahme war die Organisa­torin Wengenmayr sehr zufrieden. „Die intensive Organisation hat sich ge1ohnt, denn so viele haben das Projekt unterstützt."

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